"Das Ruhrgebiet ist ein Hybrid."
Q21 - Wisen für morgen

 

Die B3E-Story – oder wie aus dem ehemaligen Bochumer Bahnhofsviertel das BERMUDA3ECK wurde

Essay von Arnold Voss
in 'Ruhrgebiet' am 24. Januar 2013

Es kommt selten vor, dass ein Kneipenviertel zum Aushängeschild einer ganzen Stadt avanciert. Die Frauenkirche in München ist bekannter als Schwabing, in Berlin sind Gedächtniskirche und der Kudamm nach wie vor größere Besuchermagnete als die Szeneviertel in Mitte, Kreuzberg und am Prenzlauer Berg. Selbst Düsseldorf ist vor allem Landeshauptstadt und erst dann die vermeintlich größte Theke der Welt. In Bochum sieht das anders aus: Hier ist das BERMUDA3ECK der wichtigste Besuchermagnet der Stadt.

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Ruhrgebiet: Sparen kann man nur gemeinsam und parteiübegreifend


Essay von Arnold Voss
in 'Ruhrgebiet' am 07. Juni 2012

Das Ruhrgebiet ist bankrott. Das klingt nicht nur brutal, es ist es auch. Das Problem ist nur: das ganze Ruhrgebiet lässt sich nicht schließen wie irgendein Unternehmen, das Pleite geht. Im Gegenteil. Es wird noch sehr lange existieren. So oder so. Denn wir Ruhrgebietler können nicht einfach alle woanders hin. Wir sind schlicht zu viele. Selbst wenn wir noch schneller weniger werden als bisher bleiben auch noch 2050 mehr Einwohner über als in unserer Hauptstadt, deren Zuwachs bis zu diesem Jahr mit eingerechnet.

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Radschnellweg Ruhr –
brauchen wir ihn wirklich?


Essay von Arnold Voss
in 'Ruhrgebiet' am 22. März 2012

Ein Radschnellweg, 60 bis 80 km lang, im Schnitt gut 5 m breit, schön fahrradfreundlich asphaltiert, so gut wie kreuzungsfrei einmal längs durchs Ruhrgebiet, von Ost nach West, zwischen Hamm und Duisburg? Über diesen Plan unseres Regionalverbandes kann man als Alltagsradler doch nur begeistert sein, oder? Warum ich es nicht bin? Ich werde es euch erklären.

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Die Ruhrstadt ist tot –
Wir leben die Ruhrstadt


Essay von Arnold Voss
in 'Ruhrgebiet' am 16. November 2011

Stellt euch vor, dass Jemand über Nacht im Ruhrgebiet alle Namensschilder der Städte abgeschraubt hätte. Wäre übrigens eine schöne Aktion im Rahmen von Ruhr2010 gewesen. Aber da sie nicht stattgefunden hat, stellt es euch, wie gesagt, einfach nur vor. Da ihr euch hier gut auskennt werdet ihr die Orte, die ihr bislang regelmäßig besucht habt, auch weiterhin finden. Und die anderen haben euch ja sowieso nicht interessiert. D.h. praktisch werden euch die Schilder nicht fehlen, denn ihr verfügt über das was man in der Fachsprache einen subjektiven Stadtplan nennt.

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Foto: mupfl.com
Was das Ruhrgebiet von
Woody Allen lernen könnte

Essay von Arnold Voss
in 'Ruhrgebiet' am 24. April 2011

Als ich in der Kultstadt Wanne-Eickel, mitten im tiefsten Ruhrgebiet, in den 60ern das einzige Gymnasium für mehr als 100.000 Menschen besuchte, wurde mir im Geografieunterricht mein Heimatort als „Stadt der 1000 Züge“ präsentiert. Ich war tief beeindruckt, denn es sollten 1000 pro Tag gewesen sein. Mindestens ein ganzer Zug alle 1,5 Minuten und das 24 Stunden lang.

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Limbecker Platz. Foto: Görges
Der Staubsaugereffekt –
Oder warum Shopping-Malls so erfolgreich sind


Essay von Arnold Voss
in 'Ruhrgebiet' am 13. April 2011

Sie alle kennen das Prinzip des Staubsaugers. Es geht darum im Raum verstreute Partikel in ein einziges Gehäuse zu bringen und sie dort nicht wieder herauszulassen. Setzen sie nun den Schmutz für Kaufkraft bzw. ihr Portmonee dann haben sie das Prinzip des überdachten Einkaufszentrums. Natürlich kommen sie als Person da auch wieder heraus, aber ihr Geld bleibt drin. Nicht unbedingt alles aber doch so viel davon wie möglich. Und sie gehen natürlich freiwillig da rein. Denken sie.

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Vom Sinn und Unsinn der Kreativen Klasse und der Kreativquartiere

Essay von Arnold Voss
in 'Ruhrgebiet' am 03. Dezember 2010

Was macht ihn eigentlich aus, den sogenannten Kreativen? Seine Kreativität natürlich! Aber was macht die aus? Ist die eigentlich angeboren? Oder kann man die erlernen? Beides scheint der Fall zu sein, wenn man den Wissenschaftlern traut, die sich damit beschäftigen. Seit den ersten Intelligenzdefinitionen die sich auch der Empirie zu stellen hatten, was natürlich mal wieder eine Idee des (amerikanischen) Militärs war, stand diese Frage im Raum.

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E-Mobility – Die Zukunft des Nahverkehrs im Ruhrgebiet

Essay von Arnold Voss
in 'Ruhrgebiet' am 24 September 2010

Ökologische Mobilität ist einer der zentralen Schlüssel zu einer lebenswerten städtischen Zukunft, die schon jetzt die sozialräumliche Realität der meisten Erdenbürger ist und weiter und verstärkter sein wird. Dabei ist weltweit eher der disperse vorstädtische Raum als die kompakte europäische Stadt älterer Prägung die typische baulich-räumliche Ausgangsituation. Das Ruhrgebiet ist damit der Prototyp des urban verdichteten Raumes, der in Anbetracht des schnellstens nahenden postfossilen Zeitalters einer dringlichen und nachhaltigen Verkehrslösung bedarf.

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Dieser Artikel ist ausführlicher veröffentlich in der Zeitschrift “Verkehrszeichen” 3/2010

 

Emscherkunst 2010 –
Ein Gewinn für die Region

Essay von Arnold Voss
in 'Ruhrgebiet' am 5. September 2010

Die Sache hat eine Menge Geld gekostet. Keine Frage. Aber sie hat sich für die Emscherzone, ja für das ganze Ruhrgebiet jetzt schon gelohnt. Emscher und Kunst, egal wie man zu den Werken im Einzelnen steht, sind in den Medien zum Synonym geworden. Vom Meideraum zum Ausstellungsgelände, oder in Neudeutsch „ from No Go to Must Go“, das ist die zentrale Nachricht an die Menschen in und außerhalb des Reviers.

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Vom Sinn und Unsinn der Zwischennutzung


Essay von Arnold Voss
in 'Ruhrgebiet' am 18. August 2010

Die Zwischennutzung ist seit einiger Zeit ein großes Thema, vor allem in der sogenannten Kreativwirtschaft. Sogenannte Leerstände sollen auf Zeit von den sogenannten Kreativen belegt werden, bis sich ein Mieter findet, der den vom Vermieter gewünschten Mietpreis bezahlen kann. Gerne wird das auch „Bespielen“ eines Leerstandes genannt, wenn sich dieser in einer zentralen Lage mit viel Passanten befindet. Die Zwischennutzung ist dann eine Art Simulation der Vermietung, eine aktive Tarnung des Leerstandes, bis wieder ein echter, sprich zahlungsfähiger Mieter vorhanden ist.

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Summer in RuhrCity –
LA lässt grüßen

Essay von Arnold Voss
in 'Ruhrgebiet' am 01. Juli 2010

Die Luft ist heiß und der Himmel fast wolkenlos. Zeit sich einen offenen Zweisitzer zu leihen und einfach los zu düsen. Zuerst ein Stückchen raus ins Münsterland, über Recklinghausen Richtung Halterner See. Am besten über Landstraßen. Richtigen Landmief schnuppern. Dann einmal um den See spazieren und per Autobahn zurück. Am besten erst gegen Abend, weil dann die Ruhrhighways durchgehende Fahrt erlauben.

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Die andere Urbanität der Ruhrstadt…


Essay von Arnold Voss
in 'Ruhrgebiet' am 05. Mai 2009

Das Ruhrgebiet spielt im nationalen und europäischen Rahmen eine urbanistische Sonderrolle irgendwo zwischen den oder jenseits der Kategorien Metropole und Provinz. Wahrscheinlich helfen diese beiden Urbanitätsmaßstäbe aber im Falle dieser Art von Stadtlandschaft überhaupt nicht weiter. Denn trotz nachholender soziokultureller Mittenbildung bleibt die Multipolarität ihrer Grundstruktur sehr wahrscheinlich auch die nächsten hundert Jahre erhalten.

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Foto: mupfl.com
Wie real ist die Ruhrstadt?
Neue Umsetzungschancen einer alten Vision

Essay von Arnold Voss
in 'Ruhrgebiet' am 14. Mai 2009

Die Entstehung des Ruhrgebietes enthielt von Anfang an die Eine-Stadt-Perspektive. Das unausweichliche räumliche Zusammenwachsen der Siedlungsgebiete war von daher nur eine Frage der Zeit und deren infrastrukturelle Integration trotz der dezentralen und häufig konkurrierenden Investitionen mittel- bis langfristig eine ökonomische Notwendigkeit.

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Der Text erschien bereits 2002 unter marabo.de und waz.de, wurde 2007 überarbeitet und ist immer noch sehr lesenswert.

Foto: Ruhr1010
Ohrenparks aus den Spielbaukästen der Planer


Essay von Arnold Voss
in 'Ruhrgebiet' am 18. Februar 2009

Die Verbindung von Park als Ort und Autobahn als Weg ist eine amerikanische Erfindung. Für Europäer, die sich wahrnehmungsmäßig eher am städtischen Flaneur oder am durch die Landschaft streifenden Wanderer orientieren, war das von Anfang an ein Graus. Erst recht seit dem sie sich am Ende des letzten Jahrhunderts vor allem in der deutschen Ausprägung auch als weltweiter Vorreiter in Sachen Ökologie verstanden.

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Limbecker Platz. Foto: Görges
Limbecker Platz: “Andere Zentren werden den Preis zahlen!”

Essay von Arnold Voss
in 'Ruhrgebiet' am 28. März 2008

Shopping Malls sind mittlerweile ein weltweites Phänomen. In den USA, in denen sie „erfunden“ wurden, gelten sie seit vielen Jahren als eine der sichersten und profitabelsten Investitionen und damit auch als beliebte Geldanlagen.

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Zollverein. Foto: Ruhrbarone
Teure Erblast Industriekultur


Essay von Arnold Voss
in 'Ruhrgebiet' am 12. März 2008

Die Industriekultur des Ruhrgebietes ist zu einer Art regionalem Heiligtum geworden. Keine Frage, wo gibt es auf der ganzen Welt davon soviel und so vielfältiges zu besichtigen wie hier. Die Bewahrung der letzte großen und zugleich großartigen Funktionsästhetik der nun schon Jahrtausende alten Technikgeschichte ist ein internationales Markenzeichen der Ruhrstadt geworden. Da grenzt die Frage nach den Kosten im Verhältnis zum Nutzen schon an Ketzerei. Erst recht, wenn es sich um „Kathedralen“ (der Industriekultur) handelt.

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